Bei der Pflege zu Hause machen die richtigen Pflegehilfsmittel einen großen Unterschied: Sie schützen vor Infektionen, schonen den Rücken der Pflegenden und geben der pflegebedürftigen Person mehr Sicherheit und Selbstständigkeit. Viele davon bezahlt die Pflegekasse, oft ohne Rezept. In diesem Ratgeber stellen wir die wichtigsten Pflegehilfsmittel für den Alltag vor, geben praktische Tipps zur Anwendung und zeigen, wer die Kosten übernimmt.
- Einmalhandschuhe, Desinfektion und Bettschutzeinlagen gehören zur Grundausstattung. Die Pflegekasse zahlt bis zu 42 € im Monat.
- Pflegebett, Lagerungshilfen und Hausnotruf sind technische Pflegehilfsmittel, meist leihweise, mit höchstens 25 € Zuzahlung.
- Rollator, Toilettenstuhl oder Duschhocker zahlt die Krankenkasse, dafür braucht es ein Rezept.
- Anspruch auf Pflegehilfsmittel besteht ab Pflegegrad 1.
Pflegehilfsmittel im Alltag
Pflegehilfsmittel sind Produkte und Geräte, die die Pflege zu Hause erleichtern, Beschwerden lindern oder eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen. Im Pflegealltag lassen sie sich grob in drei Gruppen einteilen:
- Hygiene und Schutz: Produkte, die täglich verbraucht werden, etwa Handschuhe und Desinfektionsmittel.
- Bett und Wohnung: Geräte, die die Pflege im Bett, im Bad und im Alltag sicherer machen.
- Sicherheit und Mobilität: Hilfen, die Stürze verhindern und im Notfall schnell Hilfe holen.
Welcher Bedarf besteht, hängt von der Situation ab. Eine gute Faustregel: Starten Sie mit einer Grundausstattung für Hygiene und ergänzen Sie weitere Hilfsmittel, sobald sich zeigt, wo es im Alltag hakt. Einen Überblick über alle Leistungen rund um die Pflege zu Hause gibt unser Beitrag Häusliche Pflege: Was bei der Pflege zu Hause wichtig ist.
Hilfsmittel für Hygiene und Schutz
Diese Produkte werden bei der Pflege aufgebraucht und regelmäßig nachgekauft. Sie gehören zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, für die die Pflegekasse bis zu 42 € im Monat übernimmt:
| Produkt | Wann sinnvoll? | Praxistipp |
|---|---|---|
| Einmalhandschuhe | bei Körperpflege, Toilettengang, Wundversorgung, Umgang mit Wäsche | Nitril ist reißfest und latexfrei. Nach jeder Tätigkeit wechseln. |
| Händedesinfektion | vor und nach jedem Pflegekontakt, nach dem Ausziehen der Handschuhe | Mindestens 30 Sekunden einreiben, auch Fingerkuppen und Daumen. |
| Flächendesinfektion | für Nachttisch, Toilettenstuhl, Pflegebett, Türgriffe | Tücher sind praktisch für unterwegs und kleine Flächen. |
| Bettschutzeinlagen (Einmalgebrauch) | bei Inkontinenz, Körperpflege im Bett, nach Operationen | Die passende Größe wählen, damit nichts verrutscht. |
| Schutzschürzen | beim Waschen, Duschen oder Wechseln von Einlagen | Schützen Kleidung vor Nässe und Keimen. |
| Schutzservietten | beim Essenreichen | Erhalten die Würde beim Essen und schonen Kleidung. |
| Mundschutz und FFP2-Masken | bei Erkältungen und in der Grippesaison | Schützen besonders geschwächte Menschen vor Ansteckung. |
| Fingerlinge | beim Eincremen oder Auftragen von Salben | Sparsamer als ein ganzer Handschuh. |
Mehr zu Größen, Materialien und richtigem An- und Ausziehen lesen Sie in unserem Beitrag Einmalhandschuhe in der Pflege. Wie Sie Keime im Pflegealltag vermeiden, erklären wir unter Hygiene bei der Pflege zu Hause.
Hilfsmittel für Bett und Wohnung
Wer viel Zeit im Bett verbringt oder sich nur eingeschränkt bewegen kann, profitiert von technischen Hilfen. Sie entlasten auch die Pflegenden, denn viele Rückenschmerzen entstehen durch Heben und Umlagern in falscher Haltung.
- Pflegebett: Höhenverstellbar und mit verstellbarem Kopf- und Fußteil. Die Pflege erfolgt in rückenschonender Arbeitshöhe, und das Aufstehen fällt leichter. Die Pflegekasse stellt es in der Regel leihweise zur Verfügung.
- Aufrichthilfe und Bettgalgen: Helfen, sich im Bett selbst aufzusetzen oder die Position zu verändern.
- Lagerungskissen und -rollen: Beugen Druckstellen vor und sorgen für eine bequeme Position im Bett oder im Sessel.
- Waschbare Bettschutzeinlagen: Eine nachhaltige Ergänzung zu Einmalprodukten. Sie werden gesondert beantragt und belasten das 42-Euro-Budget nicht.
- Bettpfanne und Urinflasche: Für die Nacht oder wenn der Weg zur Toilette zu beschwerlich ist.
- Kopfwaschsystem: Ermöglicht die Haarwäsche im Bett.
Im Bad sorgen Duschhocker, Badewannenlifter, Haltegriffe und eine Toilettensitzerhöhung für mehr Sicherheit. Duschhocker und Toilettenhilfen sind Hilfsmittel der Krankenkasse, Haltegriffe oder eine bodengleiche Dusche fördert die Pflegekasse als wohnumfeldverbessernde Maßnahme mit bis zu 4.180 €.
Hilfsmittel für Sicherheit und Mobilität
- Hausnotruf: Ein Knopf am Handgelenk oder als Kette verbindet im Notfall rund um die Uhr mit einer Notrufzentrale. Die Pflegekasse zahlt einen monatlichen Zuschuss für die Basisleistung.
- Rollator und Gehstock: Geben Halt beim Gehen, drinnen und draußen. Sie werden vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt.
- Rollstuhl: Für längere Strecken oder bei stark eingeschränkter Gehfähigkeit, ebenfalls über die Krankenkasse.
- Nachtlicht und Bewegungsmelder: Kleine Helfer mit großer Wirkung gegen nächtliche Stürze. Diese Produkte zahlen Sie in der Regel selbst.
Wer übernimmt die Kosten?
Je nach Hilfsmittel ist die Pflegekasse oder die Krankenkasse zuständig:
| Art | Beispiele | Kostenträger | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | Handschuhe, Desinfektion, Bettschutzeinlagen | Pflegekasse, ohne Rezept | keiner, bis 42 € im Monat |
| Technische Pflegehilfsmittel | Pflegebett, Lagerungshilfen, Hausnotruf | Pflegekasse, ohne Rezept | 10 %, höchstens 25 € |
| Hilfsmittel | Rollator, Rollstuhl, Duschhocker, Toilettenstuhl | Krankenkasse, mit Rezept | 10 %, mindestens 5 €, höchstens 10 € |
| Wohnumfeldverbesserung | Haltegriffe, bodengleiche Dusche, Treppenlift | Pflegekasse, auf Antrag | Zuschuss bis 4.180 € je Maßnahme |
Voraussetzung für Leistungen der Pflegekasse ist ein anerkannter Pflegegrad. Noch keiner vorhanden? Dann lesen Sie, wie Sie einen Pflegegrad beantragen. Welche Pflegehilfsmittel die Pflegekasse im Einzelnen übernimmt, zeigt unser Beitrag Pflegehilfsmittel: Welche Hilfsmittel übernimmt die Pflegekasse?
Wir übernehmen den Antrag für Sie: Wenn Sie sich für eine Pflegebox von hysana entscheiden, stellen wir den Antrag für Ihre Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bei Ihrer Pflegekasse und liefern jeden Monat zu Ihnen nach Hause.
Checkliste: Grundausstattung für die Pflege zu Hause
- Einmalhandschuhe in der passenden Größe
- Händedesinfektion, am besten an mehreren Stellen in der Wohnung
- Flächendesinfektion für Nachttisch, Bad und Pflegebett
- Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch, bei Bedarf zusätzlich waschbare
- Schutzschürzen für die Körperpflege
- Bei Bedarf: Pflegebett, Lagerungskissen und Hausnotruf
- Rutschfeste Matten, Haltegriffe und Nachtlicht gegen Stürze
Häufige Fragen
Welche Pflegehilfsmittel brauche ich für die Pflege zu Hause?
Fast immer sinnvoll sind Einmalhandschuhe, Hände- und Flächendesinfektion sowie Bettschutzeinlagen. Je nach Mobilität kommen ein Pflegebett, Lagerungshilfen und ein Hausnotruf hinzu.
Brauche ich für Pflegehilfsmittel ein Rezept?
Nein. Pflegehilfsmittel werden direkt bei der Pflegekasse beantragt. Ein Rezept brauchen Sie nur für Hilfsmittel der Krankenkasse wie Rollator oder Toilettenstuhl.
Wer zahlt ein Pflegebett für zu Hause?
In der Regel die Pflegekasse, wenn ein Pflegegrad vorliegt und das Bett für die Pflege nötig ist. Es wird meist leihweise zur Verfügung gestellt. Ist es aus medizinischen Gründen nötig, kann auch die Krankenkasse zuständig sein.
Welche Einmalhandschuhe eignen sich für die Pflege?
Nitrilhandschuhe sind reißfest und latexfrei und eignen sich für die meisten Tätigkeiten. Latexhandschuhe sind sehr elastisch, können aber Allergien auslösen. Vinylhandschuhe sind eine günstige Alternative für kurze Tätigkeiten.
Kann ich Pflegehilfsmittel auch in der Apotheke kaufen?
Ja, dann müssen Sie die Kosten aber vorstrecken und die Erstattung mit Ihrer Pflegekasse klären. Mit einer Pflegebox rechnet der Anbieter direkt mit der Kasse ab, und die Produkte kommen jeden Monat automatisch.
Stand: September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung durch Ihre Pflegekasse.




